Prager Historie

SAGE ÜBER LIBUŠE

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Die Gründung der Stadt Prag ist mit der Sage über Fürstin Libuše verbunden, die ihren Gefährten in ihrer Wahrsagung („Ich sehe eine Stadt, deren Ruhm bis zu den Sternen steigen wird….“) die Stelle des zukünftigen Sitzes der tschechischen Herrscher bezeichnete. Sie gab ihnen Instruktionen, diese Stadt Prag (auf Tschechisch Praha) zu nennen, weil auch die Fürsten und Herzoge vor einer Schwelle (auf Tschechisch práh) Kopf senken, und deswegen werden sie ihren Kopf auch vor ihrer Stadt senken. Ihre Worte wurden befolgt. Die Burg Prag wurde gebaut, um die Burg herum befand sich tiefer Graben und hoher Wall, von dieser Burg, neben Vyšehrad, regierte man das ganze tschechische Land.

MITTELALTERLICHER PRAG

Mittelalterlicher Prag Foto von
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Die älteste Besiedlung von Prag datiert im 6. Jahrhundert, wo die Stämme der Slawen in unserem Gebiet eingetroffen sind. Nach der Besiedlung des Bereichs der Prager Burg entstand hier die erste Kirche im Jahr 885, die der Heiligen Maria eingeweiht wurde und die eine von den ältesten Kirchen in Tschechien war. Im Jahr 926 wurde die St. Veit Rotunde auf der Prager Burg gebaut, einige Jahre später wurden die Überreste von St. Wenzel hierher gebracht. In diesem Jahrhundert wurde auch Vyšehrad gegründet.
Seit dem Jahr 995 wurde Prag zum einzigen Sitz des tschechischen Fürstentums dank dem herrschenden Premyslid Haus. In der zweiten Hälfte des elften Jahrhunderts wurden die Tschechischen Länder zum Königtum mit dem Sitz auf der Prager Burg. Von den bedeutenden Bauten dieser Zeit können wir zum Beispiel Judita Brücke (beendet 1172) oder die Gründung des Altstädter Rathauses nennen. Darauf folgt die Periode der Blüte in Prag unter der Regierung von Karl IV. Nachdem die erwähne Judita Brücke abgerissen wurde, wurde an ihrer Stelle die Karlsbrücke unter der Leitung von Petr Parléř gebaut. Karl IV. hat dann im Jahr 1348 die erste Universität – Karlsuniversität im Mitteleuropa gegründet. Unter der Regierung von Karl IV. wurde auch das Prager Bistum zum Erzbistum erhoben und man hat den Aufbau von St.-Veits-Kathedrale begonnen.

HUSSITENTUM

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Das 15. Jahrhundert kann mit gesellschaftlicher und religiöser Spannung charakterisiert werden. Eine Reformbewegung wurde gegründet, die gegen römisch-katholische Kirche gerichtet war. Laut ihrem Prediger Jan Hus nannten sie sich Hussiten. Der Reformator, der seine Gedanken in der Bethlehemskapelle predigte, wurde am 6. Juli 1415 in Konstanz als Ketzer verbrannt. Sein Tod verursachte weitere Aufstände, an der Spitze eines solchen Aufstands stand Jan Želivský. Die Erfolge der Prager wurden in den 30. Jahren des 15. Jahrhundert infolge der Schlacht bei Lipany beendet, wo die Prager niedergeschlagen wurden und Prag wurde von Utraquisten beherrscht. Jiří von Poděbrady bestieg den Thron im Jahr 1483.

 

PRAG UNTER DER REGIERUNG VON RUDOLF II.

Prag unter der Regierung von Rudolf II. Foto von
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Prag war eine von den bedeutendsten Städten in dem Habsburger Staatenverein. Die Situation hat sich nach dem Ständeraufstand geändert, der im Jahr 1547 stattfand. Der Aufstand gegen Ferdinand I. wurde unterdrückt und anschließend wurden die Privilegien und Selbstständigkeit von Prag beschränkt. Der Niedergang in den 50. Jahren wurde beendet mit der Blüte unter der Regierung des Kaisers Rudolf II., der die Stadt Prag im Jahr 1583 als seine Siedlungsstadt wählte. Es kam zur Entwicklung der Wissenschaft und Kultur, eine Reihe von Renaissancegebäuden wurde gebaut. Die Regierung von Rudolf II. endete im Jahr 1612. Der zweite Prager Fenstersturz führte zum tschechischen Ständeraufstand, wobei sich die tschechischen Ständer gegen die Habsburger formierten. Ihre Mühe wurde jedoch mit der Schlacht am Weißen Berg beendet, wo die Ständer im Jahr 1620 verloren. Nächstes Jahr wurden 27 tschechische Herren aus den Reihen der Aufständischen auf dem Altstädter Ring hingerichtet. Zum Ende des dreißigjährigen Kriegs, wo Prag von schwedischer Armee umlagert wurde, kam es zur Abfuhr eines großen Teils der Rudolf-Sammlungen nach Schweden. Zur weiteren Entwicklung der Barockarchitektur kam es nach dem großen Brand, der Prag im Jahr 1689 beschädigte.

 

MARIA THERESA UND JOSEF II.

Maria Theresa und Josef II. Foto von
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In dieser Periode wurden viele wichtige Reformen gestartet und auch die Stadt Prag stand am Anfang der modernen Ära. Ein bedeutendes Ereignis war die Verbindung der vier bisher selbstständigen Prager Städte – Hradčany, Kleinseite, Neue Stadt und Alte Stadt – im Jahr 1784. Dadurch entsteht die Königshauptstadt Prag.

 

NATIONALE WIEDERGEBURT

Nationale Wiedergeburt

Am Anfang des 19. Jahrhunderts begann die Ära der Industrierevolution gemeinsam mit der tschechischen nationalen Wiedergeburt, die hauptsächlich in Prag konzentriert wurde. Während der Industrierevolution hat sich das Aussehen von Prag so stark geändert, wie nie vorher. Prag hat eine bedeutende Rolle im Revolutionsjahr 1848 gespielt, wo sie zum Zentrum des Aufstands der radikalen Demokraten wurde, dieser Aufstand wurde erst von der Kaiserarmee beendet. In der Hälfte dieses Jahrhunderts ist Prag nicht mehr eine streng deutsche Stadt, sondern auch die tschechische Kultur und Theater haben an Einfluss gewonnen. Der Grundstein des Nationaltheaters wurde gelegt. Ein bedeutendes Jahr in der Geschichte der Stadt Prag und hauptsächlich seines Transports ist das Jahr 1875, weil die Pferdebahn in Betrieb genommen wurde. Im Jahr 1890 wurde Prag vom hundertjährigen Hochwasser beeinflusst. Die Alte Stadt bis zum Altstädter Ring wurde überflutet und Karlsbrücke wurde erheblich beschädigt.

 

ERSTER WELTKRIEG UND ENTSTEHUNG DER TSCHECHOSLOWAKEI

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Der Anfang des 20. Jahrhunderts in Prag kann mit großem technischem Fortschritt charakterisiert werden. Elektrische Straßenbahn hat schrittweise die Pferdebahn ersetzt, eine Reihe von neuen Industrieunternehmen wurde gebaut, wobei die meisten am Stadtrand entstanden. Das Zentrum begann schrittweise sauber zu werden. Zwischen den Jahren 1905 bis 1912 wurde hier das Gemeindehaus aufgebaut, das den Gipfel der Sezessionsarchitektur darstellte. Die Stadt entwickelte sich auch aus der kulturellen Sicht, eine Reihe von neuen Kinos ist entstanden, auch neue Grünanlagen wurden errichtet. Dank dem Bau des Hauses zur Schwarzen Muttergottes kam auch Kubismus nach Prag. Der erste Weltkrieg hat auch die Hauptstadt Prag beeinflusst. Zuteilungssystem, Industrie- und Transportbeschränkung brachten Wellen der Unzufriedenheit. Im Oktober 1918 wurde dann die Tschechoslowakische Republik in Prag ausgerufen.

Die Düsterkeit der Kriegsjahre wurde dann durch Entwicklung in der Zwischenkriegsperiode ersetzt. Eine Reihe von neuen Gebäuden wurde gebaut, Prag vergrößerte auch seine Größe. Angeschlossen wurden zum Beispiel Vinohrady oder Smíchov. In dieser Periode kam es zu einer der größten Vergrößerungen in der Geschichte der Stadt. Eine stürmische Entwicklung fand nicht nur in der Architektur sonder auch im Transport statt. Wenzelplatz wurde für den Automobilverkehr angepasst, die ersten Flugzeuge fingen an, in Kbely zu landen. Im September 1929 wurde die St.-Veit-Kathedrale nach mehr als fünfhundert Jahren fertig gebaut. Für die 30. Jahre ist die Wirtschaftskrise charakteristisch. Trotzdem wurde internationaler Flughafen Ruzyně in Betrieb genommen, Regulierung von Moldau wurde durchgeführt und die ersten Entwürfe für Untergrundbahn sind aufgetaucht.

 

ZWEITER WELTKRIEG UND PROTEKTORAT

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Prag wurde genauso wie die anderen Städte durch den Krieg erschüttet, es kam jedoch nicht zu seiner bedeutenden Beschädigung. Am 15. März kam es zur Besetzung von Prag durch die deutschen Truppen. In Prag wurde Protektorat Böhmen und Mähren ausgerufen, dadurch kam es zur Eingliederung in deutsches Reich. Hier wurde der rechtsseitige Verkehr eingeführt, der Verwirrungen im Straßenbahnverkehr verursachte. Auf dem Gebiet des Protektorats kam es auch zum Schließen aller Hochschulen. Während des Kriegs wurde die Jüdische Bevölkerung vor allem aus dem Bereich der Alten Stadt in Konzentrationslager transportiert. Die Stadt wurde von der deutschen Propaganda beherrscht, die deutsche Sprache war überall an erster Stelle. Im Mai 1942 kam es zum versuchten Attentat auf Reichsprotektor Reinhard Heydrich, der von zwei Fallschirmspringern im Bereich der heutigen Vychovatelna verübt wurde. Der Protektor wurde tödlich verletzt, was zur Steigerung des Naziterrors gegenüber der tschechischen Mehrheit geführt hat.
Am 5. Mai 1945 brach der Prager Aufstand aus. Die Kämpfe verliefen überall in der Stadt, in dem Altstädter Rathaus entstand Brand, man kämpfte um Tschechischen Rundfunk. Die Befreiung der Stadt kam dann einige Tage später. Die amerikanische Armee musste bei Pilsen bleiben, deswegen kam die Rote Armee erst am 9. Mai nach Prag, die fast auf keinen Widerstand gestoßen hat. Die Stadterneuerung begann sofort nach der Befreiung.

 

OKKUPATION UND NORMALISIERUNG

Okkupation und Normalisierung Foto von
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Die Geschichte von Prag nach dem Zweiten Weltkrieg wurde vom Machtannstieg der Kommunistischen Partei beeinflusst, die im Zeitraum der Nachkriegserneuerung immer größer werdenden Einfluss hatte. Seit Februar 1948 kam es zur Verstaatlichung der Unternehmen, die ersten großen Wohnkomplexe wurden gebaut, eine Reihe von Straßen und Plätzen hat ihren Namen geändert. Auf der Letná Fläche wurde Stalin Denkmal gebaut, eine große Statuengruppe von Arbeitern, Bauern und Soldaten, die zu den größten Statuengruppen in der Welt gehörte. Ein bedeutendes Datum war der 1. Mai 1953, als die Ausstrahlung des Tschechischen Fernsehens aus dem Gebäude Měšťanská beseda (Bürgerhaus) begann. Im Jahr 1960 trat die neue gebietsadministrative Aufteilung von Prag in Kraft und es kam auch zum Anschluss von weiteren vier Gemeinden. Die Stadtbezirke Prag 1 bis Prag 10, die in dieser Periode ebenfalls eingeführt wurden, überlebten in gewisser Form bis heute. Das Jahr 1968 brachte dann neue Änderungen nach Prag. Die Stadt wurde um weitere 30 Gemeinden vergrößert, man hat den Bau der Untergrundstraßenbahn begonnen, die später auf Metro umgebaut wurde. Es kam zur gewissen demokratischen Lockerung, die Zensur wurde aufgehoben.

Die Änderung kam in der Nacht vom 20. August auf 21. August 1968, als die Stadt von den alliierten Truppen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken besetzt wurde. Einige Prager Leute stellten sich entgegen, jedoch nicht erfolgreich. Die Mächte des Warschauer Vertrags haben erhebliche Schäden zugefügt. Nächstes Jahr wurde Prag zum Sitz der Tschechischen sozialistischen Republik, die föderative und auch die tschechische Regierung haben hier die Sitzungen abgehalten. Die Augustdemonstrationen wurden von der Sowjetischen Armee unterdrückt und die so genannte Periode der Normalisierung hat begonnen. Auch trotz dieser Änderungen setzte die Entwicklung der Stadt fort, unter anderem wurde auch Nuselský Brücke gebaut.

Für die Periode bis zum Jahr 1980 ist charakteristisch die Entwicklung der Plattenbausiedlungen, Inbetriebnahme von Metro oder Aufbau der Hauptverbindungsstrasse. Im Jahr 1974 wurde Prager Metro geöffnet. Ungefähr 30 weitere Gemeinden wurden angeschlossen, die Vorbereitungen für Aufbau von weiteren großen Siedlungen, wie zum Beispiel Südliche Stadt wurden begonnen. In der politischen Sphäre begann in dieser Periode die Bildung der Zentren des Widerstands gegen das Regime. Ein von ihnen war Charta 77, Organisation der Schriftsteller, Schauspieler und weiterer öffentlich bekannter Personen. Um die Unzufriedenheit der Bevölkerung zu unterdrücken, hat das damalige Regime, wie es in den westeuropäischen Ländern üblich war, auch in Prag angefangen, große Kaufhäuser wie zum Beispiel Kotva oder Máj zu bauen. Sie wurden jedoch als Symbol der Reife der Wirtschaft des sozialistischen Regimes bezeichnet.

 

SAMTENE REVOLUTION UND PRAG NACH DER REVOLUTION

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Im Jahr 1988 haben die antikommunistischen Mächte in der Gesellschaft an Stärke gewonnen und sie brachten mit sich die ersten Demonstrationen. Am 17. November 1989 wurde der Marsch der Opposition (überwiegend Studenten) in der Nationalstraße in Prag von der Volkspolizei auseinandergejagt. Dieser Impuls bedeutete den Begin der neuen gesellschaftlich-politischen Ära, wo die demokratische Gruppe mit Václav Havel als Hauptperson der Samtenen Revolution an die Macht kam. Prag hat sich in den neunziger Jahren sehr verändert. Es wurden zwar keine überwältigenden Bauten gebaut, aber das Stadtzentrum wurde rekonstruiert und Prag begann großen Boom im Bereich des Tourismus und der Wirtschaft zu erleben. Im Jahr 1992 wurde das historische Zentrum von Prag in die Liste des Fonds der Weltkulturerbschaft UNESCO eingetragen. Seit dem Jahr 1993 ist Prag die Hauptstadt der Tschechischen Republik und im Jahr 1996 wurde der Bau des bekannten tanzenden Hauses auf dem Rašín Ufer beendet. Am Anfang des neuen Jahrhunderts ist Prag eine von den bedeutenderen europäischen Metropolen, im Jahr 2006 wurde Prag die 12. reichste Region der Europäischen Union. Die Großstadt erlebte auch schlechte Momente, unter denen kann man zum Beispiel auch Hochwasser im Jahr 2002 nennen kann. Die Stadt Prag entwickelt sich weiter und veranstaltet verschiedenste sportliche, kulturelle, politische und andere Treffen.