Sehenswürdigkeiten in Tabor

Žižka-Platz

Žižka-Platz

Der Žižka-Platz bietet seinen Besuchern eine Schau von Sehenswürdigkeiten in beinahe allen architektonischen Baustilen.

Im Stadtpanorama fällt die schon aus der Ferne sichtbare gotische Dekanatskirche auf, die auf dem höchsten Punkt des Platzes (auf dessen Nordseite) steht, und der prunkhafte spätgotische Bau des Rathauses, in dessen Räumen die Exposition des Hussitenmuseums und der Eingang in die unterirdischen Räume untergebracht sind. Den Žižka-Platz umgeben manche architektonisch wertvolle Bürgerhäuser – das Škoch-Haus, die Häuser Nr. 12, 13, 16, 17, 18, 19, das Lichvic-und das Ctibor-Haus. Inmitten des Platzes befindet sich der Renaissancebrunnen und das Denkmal des Jan Žižka von Trocnov.

 

Hussitenmuseum Tábor

Hussitenmuseum Tábor

Die Exposition des Hussitenmuseums, genannt Hussiten, ist in den eindrucksvollen Räumen des spätgotischen Gebäudes des Táborer Rathauses beherbergt. Die Ausstellungsräume machen die Besucher mit den Wurzeln des Hussitentums, mit der Persönlichkeit des Reformators der katholischen Kirche, Magister Jan Hus, mit der Entstehung Tábors, mit dem unbesiegten Hussitenheerführer Jan Žižka von Trocnov sowie mit den Hussiten-Kriegswaffen und den zeitgenössischen Dokumenten bekannt.

Im Erdgeschoss befindet sich der Eingang ins Netz der unterirdischen Gänge, die eine besonders gesuchte Rarität Tábors darstellen. Die Gänge, die im 16. Jahrhundert durch die Verbindung der Keller der Bürgerhäuser entstanden, dienten vor allem als der Zufluchtsort vor Feinden und zur Einkellerung der Lebensmittel und Getränke. Ein Teil der sich in einer Länge von 800 m unter dem Žižka-Platz windenden Gänge ist der Öffentlichkeit zugänglich. Die geräumigen Rathaussäle, besonders der Gotische Palast – das behäbigste öffentliche Interieur in Tábor – dienen heutzutage zur Veranstaltung der bedeutsamen Kulturprogramme und Ausstellungen. Unter den Plastiken im Gotischen Saal dominiert die Jan Žižka von Trocnov - Reiterstatue, ein Werk von Bohumil Kafka, das zur Vorlage für das monumentale Denkmal auf dem Žižkov in Prag wurde. Diese ist die größte Bronzenstatue weltweit. Im ersten Stock des historischen Rathauses ist die Exposition „Galerie der bildenden Kunst“ beherbergt, die die Abbildungen der Stadt Tábor vom 17. bis zum 20. Jahrhundert darstellt.

 

Rathaus

Rathaus

Jede Königsstadt in Böhmen, dass diese Bezeichnung verdiente, war stolz auf ihr Rathaus. Auch in Tábor handelte es sich um den erstrangigen öffentlichen Bau. In seinen Räumen tagte der Stadtrat, hier wurden auch das "Stadtrecht" und alle bedeutenden Ereignisse des öffentlichen Lebens abgehalten. Das Rathaus symbolisierte die Würde der Stadt, ihr Prestige und die Stellung gegenüber den anderen Städten des Königstums. Es war also die Ehrensache, dass die Taborer auf den Bau des Rathauses gründlich achteten.

Heutzutage kann man sagen, dass diese Bemühungen von Erfolg gekrönt waren. Das Taborer Rathaus zählt zu den bedeutendsten Denkmälern der Spätgotik in den böhmischen Städten. Mit seinem Aufbau wurde wahrscheinlich in den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts begonnen, als der Stadtrat drei Häuser auf der Westfront des Platzes niederreißen ließ. So wurde ein ausreichender Raum für den Aufbau des monumentalen Rathauses frei. Der ausgedehnte Bau umgab mit vier Flügeln einen kleinen Hofplatz, der in den Platz durch einen geräumigen Saal mit breiten Portalspitzbögen geöffnet wurde. Von hier führt durch das Treppenhaus und die Steingalerie der Eingang in den ersten Stock, wo sich die Hauptzimmer befanden. Der große Saal, auch Palast genannt, wird mit Recht für das historisch wertvollste öffentliche Interieur in Tábor gehalten. Er entstand durch die Beseitigung eines größeren Teiles des ursprünglichen zweiten Stocks und durch das Einwölben des hohen Raumes mit dem vollkommen angefertigten Netzgewölbe. Das Gewölbegewicht führte der Architekt einerseits in die Seitenwände der Halle und andererseits in zwei schlanke mehreckige Säulen. Den ästhetischen Eindruck erhöhen kleine Plastiken, welche die Konsolen und Bolzen des Gewölbes verzieren. Zwei männliche Köpfe auf einem der Bolzen stellen der Tradition nach Jan Žižka und Prokop Holý dar, die berümtesten Hauptleute der Taborer Feldheere. Das in der Halle untergebrachte Stadtwappen wurde aufgrund der Stadt Tábor vom Kaiser und böhmischen König Sigismund von Luxemburg im Jahre 1437 verliehenen Stadtsiegel geschaffen. Es handelt sich um eine anspruchsvolle Steinarbeit, die eine ungewöhnliche handwerkliche Geschicktheit erforderte. Im Rahmen des Wappens findet man auch die Jan Hus - Plastik, eine der ersten Abbildungen des berühmten kirchlichen Reformators. Das Stadtwappen samt dem Wappen des Böhmischen Königstums auf einem der Bogenbolzen hebt die Bedeutung des Raumes hervor. Die kleinen, vergoldeten, die Gewölberippen verzierenden Statuen zeigen dagegen, dass unsere Vorfahrten den Humor- und Ironiesinn hatten. An die Gestalt eines Mannes mit dem nackten Popo und der vielsagenden Geste knüpft sich eine Fabel von dem entrüsteten Erbauer der Halle, der sich auf diese Weise bei den Taborer Ratsleuten für ihren Geiz rächen wollte, mit dem sie die Baumeistermühe belohnten.

Die Autorschaft des Palastes und des ganzen Rathauses ist dem Architekten und Steinmetzen Wendel Roskopf zugute zu halten, der aus der Lausitz gekommen sein dürfte. Von Roskopfs Wirken beim Rathausbau zeugt auch die Inschrift und das Steinmetzzeichen auf dem Pläuerstadtwappen mit der Jahreszahl 1515 -1516. Den Rathausaufbau beendete Roskopf um 1521. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde das in den vorherigen Kriegsjahren beschädigte Gebäude nach Antonius de Alfieris Projekt im Barockstil hergerichtet. Im Jahre 1878 versuchte der Architekt Josef Niklas, dem Rathaus wieder seinen spätgotischen Charakter zurückzuverleihen. Seine heutige Form verdankt so das Rathaus unter anderem auch den historisierenden Herrichtungen von Niklas.

Während sich im Erdgeschoss des Gebäudes der Eingang in das unterirdische Gängenetz befindet, werden die Rathaussäle heute für die Expositionen des Hussitenmuseums und für die bedeutenden Kulturveranstaltungen benutzt. In den sich anschließenden Räumen werden die bildenden Kunstwerke mit der Beziehung zu Tábor oder zu den hussitischen Themen ausgestellt. Bedacht wurde auch die kleine Galerie František Bíleks (1872 - 1941), des Gebürtigen aus der unweiten Gemeinde Chýnov, der sich oft mit der Abbildung der Hussitenthematik beschäftigte. Es beweist auch das Jan Hus- Denkmal auf dem Hus - Platz in Tábor. Bílek, der vielseitige und sehr talentierte Künstler, ragte vor allem als Bildhauer, Schnitzer und Grafiker hervor. Unter dem Einfluss der Poesie von Otakar Březina wurde er zum Hauptrepräsentanten der damals modernen künstlerischen Ströme - des Symbolismus und Expressionismus in der tschechischen bildenden Kunst.

 

Burg Kotnov und Bechyně – Tor

Burg Kotnov und Bechyně – Tor

Die Dominante der ältesten Taborer Sehenswürdigkeit stellt das von der Ferne sichtbare Tor Kotnov dar, das nach dem sagenhaften Gründer der Burg benannt wurde. Bis jetzt streiten die Wissenschaftler über die Herkunft und das Alter der Burg.

Die erste schriftliche Erwähnung fällt in das Jahr 1370, aber es ist fast sicher, dass die Burg schon irgendwann in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, unter der Herrschaft des böhmischen Königs Přemysl Otakar II. gegründet wurde. Nach dem jetzigen Kenntnisstand, den aber die immer noch andauernde Forschung wesentlich verändern kann, hatte die Burg vier runde Türme und einen vierkantigen Turm. Die Burgbefestigung wurde darüber hinaus durch Gräben und durch die Burggrabenschanze verstärkt. Mit der Zeit wurde die Schutzbedeutung der Zitadelle kleiner, und einen schweren Schlag versetzte ihr auch der Brand im Jahre 1532. Seit der Zeit diente die Burg vor allem zu wirtschaftlichen Zwecken, aber hier befand sich auch das Stadtgefängnis. In den Jahren 1612 - 1613 wurde das Burgareal in eine Brauerei umgewandelt. Im Zusammenhang mit der markanten Modernisierung des Betriebes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte man die Bauumgestaltungen der Burgobjekte fort. Noch im Jahre 1908 musste der ganze Ostflügel den Wirtschaftsgebäuden der sich erweiternden Brauerei Feld weichen. Aus diesem Grund stellt der Kotnov-Turm den bedeutendsten erhaltenen Burgteil dar. Von oben kann man die Schönheit der Stadt und ihrer Umgebung bewundern. An den Burgturm schließt das einzige bisher stehende Stadttor, das Bechyně-Tor, an. Zum Unterschied vom Turm ging man mit dem Tor besser um. Es blieb fast in dem ursprünglichen Zustand aus der Zeit nach 1420 erhalten, als mit seinem Aufbau begonnen wurde. Ende des 19. Jahrhunderts wurde es unter der Leitung des Architekten Josef Mocker in dem der Hochgotik entsprechenden Stil umgestaltet. In dem ansprechenden Milieu seines gotischen Interieurs ist eine Dauerausstellung mit dem Namen "Leben und Arbeit in der mittelalterlichen Gesellschaft" untergebracht.

 

Dekanatskirche zur Verklärung Christi auf dem Berg Tábor und Turm

Dekanatskirche zur Verklärung Christi auf dem Berg Tábor und Turm

Auch der Name der Taborer Hauptkirche weist auf die biblische Symbolik hin, die so wichtig für die Stadtgründer ist. Auf dem Berg Tábor nicht weit vom See Genezareth in Palästina wurde laut Evangelium vor den Augen der Jünger die Jesusgestalt gewandelt, zum Zeichen der Gottessohnschaft.

An der Stelle der heutigen Dechanteikirche stand bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts eine Holzkirche, die zeitgenössischen ausländischen Besucher eher an eine Scheune erinnerte. Mit dem Aufbau eines neuen würdevolleren Gotteshauses wurde etwa Ende des 15. Jahrhunderts begonnen. Die Taborer beriefen den Steinmetzmeister Staněk aus der Kleineren Prager Stadt zum Ausarbeiten des Projekts und zur Leitung des Aufbaus der Kirche. Um 1512 beendete er das Interieur der Kirche in der Form des Dreischiffes mit dem Netzgewölbe, das von achtkantigen Säulen getragen wird. Das Presbyterium wird mit einem prächtigen Kellergewölbe eingewölbt. Die Kirche entstand also gleichzeitig mit dem Rathaus im spätgotischen Stil. Dank der späteren Umbauten trägt die Kirche Spuren von anderen historischen Stilen. Das Gehäuse der Kirche wurde von der Außenseite mit den Renaissancegiebeln ergänzt. Der gotische Turm erweiterte sich um die Renaissancegalerie und im Jahre 1677 wurde er mit der dreistufigen Barockkuppel versehen, die vom Architekten Giovanni da Capauli entworfen wurde. Am Ende des vorigen Jahrhunderts versuchte der Architekt Josef Mocker, die mittelalterliche Form der Kirche durch ihr Herrichten im gotischen Geist zu erneuern.

Diejenigen Besucher, die Tábor wie auf einem Präsentierteller haben wollen, können die 250 Treppen bewältigen um den Kirchenturm zu erreichen, wo auf sie ein herrlicher Blick wartet.

 

Das Barockschloss Tábor – Měšice

Das Barockschloss Měšice ist das Wahrzeichen des Stadtteils Měšice, an dessen Stelle ursprünglich das im Jahre 1296 von Zdislav von Měšice gegründete Dorf stand.

1352 – 1371 gehörte Měšice dem Oldřich Sezima von Ústí. 1545 errichtete Prokop von Hejlovce im Ort eine Renaissancefeste, die 1699 Jan Carreto, der Graf von Millesimo in ein Barockschloss umbaute. Der gegenwärtige Schlossbesitzer ist Dr. Jan Nepomuk Berwid-Buquoy, der das Schloss renovieren ließ und der Öffentlichkeit zugänglich machte. Die nächste Sehenswürdigkeit in Měšice ist die Kapelle der Hl. Anna auf dem Měšice-Hügel namens Svatá Anna. Die Rokokokapelle wurde 1782 von Jan Antonín Votápek von Ritterswald erbaut. In der Totalitätzeit wurde die Kapelle bis auf die Fundamente vernichtet und 2005 durch die Stadt Tábor wieder gebaut. (Mehr können Sie von Měšice und dem Schloss im Buch „Tábor – Měšice – Gemeinde, Barockschloss, Legende von der eingemauerten Dienerin Anna und andere geheimnisvolle Geschichten der Táborer Region“ lesen, das die Tochter des Schlossbesitzers Christiane Berwid-Buquoy schrieb.

 

Jordán

Jordán

Seit Jahrhunderten ist der Jordan nicht von der Stadt Tábor wegzudenken. Dieses älteste Talbecken in Europa, das als Trinkwasserreservoir im Jahre 1492 gegründet wurde, entstand durch das Abdämmen des Tismenice- Bachs. Die Wasserfläche bedeckt eine Fläche von 50 ha und stellenweise erreicht das Wasserbecken eine Tiefe von 14 m.

Ursprünglich wollten die Taborer im Jordán Fische züchten, aber die übermäßige Größe des Beckens bot zu diesem Zweck keine guten Bedingungen. Seit 1830 wurde deshalb der Jordán nicht abgelassen und blieb vor allem als Trinkwasserspeicher nützlich. Heute wird der Jordán außerdem reichlich zur Erholung benutzt. Die Freibäder in der Nähe des Jordán- Dammes ermöglichen an heißen Sommertagen eine sehr angenehme Erholung und bieten ein Angebot an Wasserfreuden.

Zum Jordán gehört auch eine Natursehenswürdigkeit, der 18 m hohe Jordán- Wasserfall, der in den Tismenice- Bach stürzt.

 

Granatfelsen

Granatfelsen

Am rechten Ufer des Flusses Lužnice, gegenüber dem Zeltplatz Suchomel-Insel, befindet sich ein geologisch interessantes Naturgebilde „der Granatfelsen“. An diesem Felsen kommen zahlreiche rote Almandin-Granate vor, von denen die größten die Haselnussgröße erreichen.

Der größte Teil vom Fels wurde in der Vergangenheit abgebaut und zum Aufbau der herumliegenden Häuser, für Wege und z.B. auch als Prellsteine benutzt. Der Almandin-Granat wird für Schmuckzwecke eher im Orient eingesetzt, der weltberühmte böhmische Granat, fachlich genannt Pyrop, wird industriell aus den Schwemmsänden in der Umgebung der Stadt Turnov gewonnen.