Plzen / Pilsen Sehenswurdigkeiten
- Kathedrale des hl. Bartholomäus
- Historische unterirdische Welt
- Jüdische Denkmäler
- Große Synagoge
- Brauwesen
- Brauerei und Brauereimuseum
- Brauerei Plzeňský Prazdroj (Pilsner Urquell)
- Brauereimuseum
Kathedrale des hl. Bartholomäus
Mit dem Bau der Kirche des hl. Bartholomäus wurde im Jahr 1295 begonnen; zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde dann der Bau vollendet. Auf dem Hauptaltar ist die Statue der Pilsner Madonna aus dem Jahr 1390 zu sehen, welche eine der wertvollsten Statuen des sog.
„schönen Stils“ von böhmischen Madonnen darstellt (eine Replik davon befindet sich auf der Spitze der Pestsäule aus dem 17. Jahrhundert). Die Sternbergkapelle stammt aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Im Jahr 1993 gründete Papst Johannes Paul II. in Pilsen das Bistum und aus der Kirche wurde die Bischofskirche / Kathedrale.
Der Turm der Kirche ist mit seiner Höhe von 102,6 m der höchste Kirchturm in Tschechien und ein beliebtes Ausflugsziel.
Historische unterirdische Welt
Der Komplex von zwei- bis dreigeschossigen miteinander verbundenen Kelleranlagen, welcher sich über das ganze Zentrum Pilsens erstreckt, entstand sukzessive im Zeitraum vom 13. bis zum 19. Jahrhundert. Die Gesamtlänge der Gänge beträgt ca. 17 km und der Komplex gehört somit zu den weitläufigsten in Mitteleuropa. Die zwei- bis dreigeschossigen Kelleranlagen dienten zur Aufbewahrung von Lebensmitteln, aber auch als Handwerksräume, Schnapsbrennerei und Mälzerei sowie für technische Einrichtungen – Entwässerungsstollen, Stollen, über die das Wasser zu den entsprechenden Wassereinrichtungen geleitet wurde, Kanalisationen und Brunnen. Die Wasserversorgung hat zu Beginn des 16. Jahrhunderts den kritischen Stand erreicht. Der Stadtrat entschloss sich daher zum Bau einer Wasserversorgungsanlage, mit dem eine weitreichende Modernisierung der städtischen Wasserrohrleitung verbunden war. Es wurde ein Wasserturm mit einer Wasservorrichtung gebaut, welche Wasser durch das Etagenpumpensystem in einen Bleitank pumpte, aus dem das Wasser dann wiederum über Holzleitungsrohre in die Brunnen auf dem Stadtplatz geleitet wurde.
Jüdische Denkmäler
Bereits seit dem 14. Jahrhundert leben Juden in Pilsen und man findet ihre Spuren sowohl in der Stadt selber, als auch in ihrer Umgebung. Im 19. Jahrhundert wurden die Beschränkungen für die jüdische Gemeinde aufgehoben, was den Beginn des freien Handels für die Juden in Pilsen bedeutete. Somit gelangte die jüdische Gemeinde zu Reichtum. Damit konnte sie nicht nur das kulturelle und unternehmerische Stadtleben beeinflussen, sondern konnte ihren Einfluss auch in der Architektur geltend machen. Der Beginn des Nationalsozialismus und der danach folgende Holocaust bedeuteten das Ende der Prosperität.
Große Synagoge
Zweitgrößte Synagoge in Europa (drittgrößte auf der Welt). Seit 1894 gehört sie zu den dominierenden Bauwerken Pilsens, wo bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs eine zahlreiche und prosperierende jüdische Gemeinde lebte. Zum Interieur mit einer hervorragenden Akustik gehört eine einzigartige pneumatische Orgel. Eine Rarität ist auch die Heißluft-Fußbodenheizung. Die eindrucksvolle Atmosphäre dieses Ortes kann man bei Konzerten und regelmäßigen Ausstellungen auf sich wirken lassen.
Besichtigungen Interieur des Bauwerks und aktuelle Ausstellungen
Brauwesen
Bier wird in Pilsen sozusagen seit der Stadtgründung gebraut. Erste schriftliche Aufzeichnungen mit brauereiähnlichem Charakter tauchen bereits im Jahr 1307 auf. Es handelt sich um ein Testament, in welchem Wolfram Zwinilinger seine Brauerei und Mälzerei der Kirche des hl. Bartholomäus vererbt.
Später wurde das Bier dann nur noch in Häusern gebraut, welchen König Wenzel II. das Braurecht verliehen hatte. Im 14. Jahrhundert besaßen dieses Privileg also nur die Hauseigentümer innerhalb der Stadtmauer. Da das Bierbrauen zu den freien bürgerlichen Berufen gehörte, war es in keiner Innung geregelt. Aufgrund der Tatsache, dass das Braurecht insgesamt 260 Stadtbürgern verliehen wurde, gab es vielfältige Produktionstechnologien sowie verschiedenartige Zutaten, was wiederum große Unterschiede bezüglich der Bierqualität zur Folge hatte.
Zu einem historischen Wendepunkt in der gesamten Biergeschichte kam es im Jahr 1838, als vor dem Rathaus 36 Hektoliter Bier von schlechter Qualität weggeschüttet werden mussten.
Diese unglückselige Begebenheit hatte eine derart große Wirkung auf das brauberechtigte Bürgertum, dass man sich entschied, eine neue moderne Brauerei zu errichten, um für immer die Produktion vom Pilsner Bier von hoher Qualität gewährleisten zu können. Mit dem Bau der Brauerei wurde der Bauherr Martin Stelzer betraut, der hier sehr gut seine vielfältigen Erfahrungen umsetzen konnte, die er sich bei seinen Auslandsreisen in Brauereien angeeignet hatte. Bei einem Besuch in Bayern machte er Bekanntschaft mit dem genialen, aber auch eigenartigen Braumeister Josef Groll. Er überzeugte ihn, dass er mit ihm nach Böhmen zurückging, um in der neuen Brauerei Bier nach der neuen Methode der Untergärung zu brauen.
Groll erfüllte seine Aufgabe vortrefflich und am 5. Oktober 1842 braute er das erste untergärige helle Lagerbier, welches zum Urtyp aller anderen hellen Biere wurde. In Erinnerung an diesen denkwürdigen Tag veranstaltet die Brauerei alljährlich das sog. Pilsner Fest.
Durch die Produktion eines völlig neuen Lagerbiers von unverwechselbarem Geschmack und Qualität wurde Pilsen bald zur Bierweltmetropole. Die Vorliebe für das „Pilsner“ veranlasste allerdings die anderen Brauereien zu umfangreichen Nachahmungsversuchen. Die einfachste Bestrebung bezüglich der Nachahmung des Pilsner Urquells bestand darin, dass man sich denselben Namen zu eigen machte. Es kamen Biersorten mit den Bezeichnungen Pils, Pilsner oder Pilsener, deren Qualität und sensuelle Eigenschaften den guten Ruf unseres echten Pilsner Biers zunichtemachten. Damit es nicht zu Verwechslungen mit anderen Biersorten kam und damit offensichtlich war, dass nur das Bier dieser Marke das älteste und einzig echte Pilsner Bier ist, wurde im Jahr 1898 das geschützte Warenzeichen „Pilsner Urquell“ erfunden.
Den Erfolg des Pilsner Biers und die Prosperität der Brauerei konnte nichts aufhalten und die Marke Pilsner Urquell wurde bald auf der ganzen Welt zum bekanntesten Synonym für Qualität.
Brauerei und Brauereimuseum
Die Brauerei Pilsner Urquell gehört zu den beliebtesten Zielen der ausländischen Touristen. Jährlich besuchen über 180 Tsd. Touristen das Brauereiareal und das Brauereimuseum.
Brauerei Plzeňský Prazdroj (Pilsner Urquell)
Die Bürgerliche Brauerei in Pilsen wurde im Jahr 1842 von Pilsner Bürgern mit Braurechten gegründet, der erste Sud wurde am 5. Oktober 1842 gebraut. Schon frühzeitig wurde das Bier Plzeňský Prazdroj unter der Bezeichnung Pilsner Urquell weltberühmt und die Brauerei wuchs, bis sie die Größe von heute erreichte. Heute ist die Brauerei ein belebter und dynamischer Ort, wo sich die traditionelle Herstellungsart des Biers Pilsner Urquell mit modernster Brauereitechnologie vermischt. So entstehen einzigartige Industriedenkmäler und -stätten, die nicht nur die Kenner und Liebhaber eines guten Biers anziehen.
Bei der Besichtigung sehen die Besucher:
Besucherzentrum – Kurzfilm über die Geschichte des Biers Pilsner Urquell
Moderne Abfüllanlage – modernste Abfüllanlage in der Tschechischen Republik mit einer Kapazität von 60 000 Flaschen / Stunde
Neue Ausstellung Pilsner Urquell – Film über die Produktion des Biers Pilsner Urquell im Panoramakino mit einer drehbaren Bühne, einer sensuellen Rohstoffausstellung und historischem Sudhaus vom Anfang des 20. Jahrhunderts
Sudhaus – einzigartige Produktionsweise des Biers Pilsner Urquell
Ruhmeshalle – bekannteste Sehenswürdigkeit der Brauerei
Keller – Verkostung des gefilterten und unpasteurisierten Biers Pilsner Urquell direkt aus dem Fass (für Personen über 18 Jahre)
Brauereimuseum
Das Brauereimuseum ist das einzigste seiner Art auf der Welt, welches in einem Haus mit Braurechten untergebracht ist. Das Haus konnte in seiner ursprünglichen Form erhalten werden, deswegen können die Besucher hier eine gotische Mälzerei mit Brunnen besichtigen, sowie eine Darre zum Trocknen des Malzes, Kühlräume, einen zweigeschossigen Keller und die Räumlichkeiten der früheren Schänke. Hunderte von einzigartigen Ausstellungsstücken zeugen vom Bierbrauen von der Vergangenheit bis zur Gegenwart. Die Entwicklung der Kultur des Biertrinkens wird in einer Ausstellung von zwei Gaststätten dargestellt – einer ländlichen aus dem 19. Jahrhundert und einer bürgerlichen aus dem 20. Jahrhundert. In der unmittelbaren Nachbarschaft des Brauereimuseums befindet sich eine der ältesten Pilsner Bierstuben, die Bierstube Parkán. Ihr Name ist von ihrer Lage zwischen den mittelalterlichen Stadtmauern, auf Tschechisch „parkán“ genannt, abgeleitet.





