Piestany Sehenswurdigkeiten
- Direktion des Heilbades
- Napoleonbad
- Römisch-katholische Kirchenschule
- Kursaal
- Vila Löger
- Kurhaus Slovan
- Kurkomplex Thermia Palace - Irma
- Rosa Mühle („Ružový mlyn“)
- Promenadenbrücke
Direktion des Heilbades
Das älteste zweckgebundene Gebäude der Stadt – ursprünglich ein Gasthaus für wohlhabende Gäste, gezeichnet 1806 durch den Kupferstecher J. Fischer - ist vermutlich identisch mit jenem Objekt, das bereits 1642 von Adam Trajan aus Benešov in seinem Lobgedicht „Saluberrimae Pistinienses Thermae“ besungen wurde als: "... großes Haus, das erhabenen Magnaten nur / behagliches Unterkommen gewährt...". Sein heutiges eklektisches Erscheinungsbild, dass infolge diverser Umbauten durch bekannte sowie unbekannte Architekten entstand , die das Gasthaus zuerst zu einem Kurhotel und schließlich zum administrativen Gebäude der Heilbad-Direktion umfunktionierten, verbirgt jedoch eine Substanz, die auf den klassizistischen, unter Umständen jedoch sogar auf den Renaissance-Stil zurückgeht.
Napoleonbad
Der urbane Komplex dreier klassizistischer Kurgebäude, errichtet oberhalb der Quellen, erhielt seine bekannte Gestalt in dem Zeitraum zwischen 1821-1862. Das formreichste Objekt des Wannen- und Spiegelbades N-I (Nr. 12), umschlossen von einem Gang mit toskanischen Säulen, enthält teilweise die Substanz eines älteren Wannenbades, zerstört durch das Hochwasser im Jahre 1813. Die zweckmäßige Zusammensetzung der Bassins im Objekt N-III (Nr. 8) entspricht zum Teil dem Zustand nach seiner Renovierung, unmittelbar nach dem Hochwasser. Der trapezförmige kleine Platz, abgegrenzt durch die Gebäude N-I, N-II, N-III verfügt über die Eigenschaften eines Raumes, in dem der Effekt der perspektiven Täuschung verstärkt wirkt. Obwohl sich der Beginn des heutigen Napoleonbades teilweise mit dem napoleonischen Zeitalter überschneidet, entspringt seine Benennung keinem direkten Bezug auf einen der drei bekannten Napoleons, sondern ist vielmehr ein kluger Werbefeldzug.
Römisch-katholische Kirchenschule
Eines der berühmtesten Beispiele des Eklektizismus in Piešťany. Das ursprünglich klassizistische Gebäude der Gemeindebehörde wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jh. für den Bedarf des Amtsgerichtes umgebaut. Autor des Projektes war der aus Piešťany stammende, in Berlin ansässige Architekt R. Scheibner. Weitere Anpassungen – zuletzt die Umfunktionierung zu einer Schule – beeinflussten das eklektische Erscheinungsbild des Gebäudes nicht. Zwei von Scheibner stammende dorische Säulen am Hauptportal des Gebäudes sind die einzigen ihrer Art in Piešťany.
Kursaal
Das monumentale, solitäre Gebäude steht seit 1894 am Rande des städtischen Parks. Es entstand nach dem Entwurf des eklektisch schaffenden Architekten I. Alpár und trotz allen späteren baulichen Veränderungen blieb seine ursprüngliche Dekoration größtenteils erhalten. Im Mittelpunkt steht der monumentale, durch plastische Elemente reichhaltig verzierte Saal – ein Salon, als Anlehnung auf die zweite Variante entstand die ältere Bezeichnung des Objektes: Kursalon. Seit 1928 sind im Teil des Gebäudes museale Sammlungen ausgestellt. In den Sammlungsbeständen des Balneologischen Museums befinden sich bedeutende archäologische Funde, wertvolles ethnografisches Material, Dokumente zur Geschichte des Heilbades und des Kurwesens in der Slowakei sowie weitere Artefakte. Eine besondere Stellung beziehen dabei Andenken in Zusammenhang mit der Persönlichkeit M. R. Štefánik.
Vila Löger
(Winterova Str. 70). Das Fachwerkhaus, eines unbekannten Autoren repräsentiert den romantischen, sog. Kurstil der letzten Jahrzehnte des 19. Jh. und ist ein Überbleibsel der malerischen, romantischen Bebauung des ehemaligen „Kráľovský riadok“ (Königliche Reihe). Der bezaubernde Erker an der Hauptfassade ist der älteste erhaltene Erker in Piešťany überhaupt. Nach der Renovierung Ende des 20. Jh. erhielt sie ihre Funktionalität zurück und wird derzeit als Studentenwohnheim einer Fachoberschule genutzt.
Kurhaus Slovan
Das ursprüngliche Grand Hotel Royal wurde 1906 nach einem Entwurf des Architekten A. Oberländer erbaut. Es war der erste große Hotelbau in Piešťany, mit einer Kapazität von 160 Betten und mit großzügig dimensionierten Speise-, Gesellschafts- und weiteren erforderlichen Räumlichkeiten und Terrassen. Der prächtig dekorierte Saal diente als Konzertauditorium und Veranstaltungsraum für internationale Konferenzen und andere bedeutende Events. Im Exterieur des Gebäudes, bereichert durch Arkaden, Balkone mit dekorativem Geländer, Erkern, Dachtürmchen und anderen Formen, äußerte sich deutlich die sehr eigene Vorliebe des Autors, ein Trägerelement (Säule) an eine Achse aus Öffnungen anzuschließen. Seit der Schließung 1986 wird seine Renovierung in Erwägung gezogen.
Kurkomplex Thermia Palace - Irma
Das Kurhotel Thermia Palace und das betrieblich angeschlossene Objekt Irma für balneologische Therapie wurden in den Jahren 1910-1912 erbaut, nach einem Entwurf der Architekten H. Böhm und Á. Hegedűs. Einen großen Verdienst am Erfolg des Werkes, an dessen Jugendstil-Dekoration sich eine große Anzahl bildender Künstler und Kunsthandwerker aus verschiedenen Fachbereichen beteiligte, hat der tüchtige Statiker A. S. Kovács. Er entwarf u.a. eine geeignete Lösung für das Errichten des Objektes Irma in der aggressiven Umgebung der Naturquelle und errechnete die zweischalige Kuppel mit einem Durchmesser von 21 m, die den Schlammbereich überwölbt. Beide Objekte bilden gemeinsam einen durchdachten Betriebskomplex, der alle erforderlichen Dienstleistungen unter einem Dach bietet - die balneologische Therapie, Physiotherapie, Unterkunft, Verpflegung sowie einige im Bereich der Kultur und zusätzliche Leistungen. Der Komplex, zu dem ebenfalls der grüne Park vor und hinter dem Palais Thermia zählt, ist trotz dem unüberlegten „Modernisierungseingriff“ in die Interieurs des Thermia in den 60-er Jahren des 20. Jh. sowie der späteren Beschädigung des Park-Arrangements – auch weiterhin ein gewisses „Flaggschiff“ des Jugendstil-Phänomens in Piešťany. Die Statuen der antiken Gottheiten Chloris (Flora), Demeter (Ceres), Hermes (Merkur) und Pallas Athena (Minerva), die im Park vor dem Palais Thermia stehen, schuf 1803 ein unbekannter, klassizistisch empfindender Bildhauer. Nach Piešťany wechselten sie 1942 aus dem Schloss in Kráľová pri Senci. Die Büste der ungarischen Königin Elisabeth am linken Risalit der Fassade von Irma, ein Werk des Bildhauers G. Jankovics, stand seit 1902 bis zur Entstehung der Republik neben dem Gebäude der Kurdirektion, ungefähr an Stelle der entfernten barocken Kapelle des hl. Jan Nepomuk.
Rosa Mühle („Ružový mlyn“)
Das ausgedehnte Industrieobjekt, für seine Zeit mit den modernsten Maschinen ausgestattet, wurde zur Zeit des 1. Weltkrieges, in den Jahren 1917-1918 realisiert, nach dem Entwurf von A. Bachrach und A. Harsányi. Heute setzt das immer noch funktionsfähige Objekt als einziges, die lange Tradition des Müllerhandwerks in Piešťany fort.
Promenadenbrücke
(Winterova Str. 72) - Kulturdenkmal; zur Aufnahme in die Weltliste der Denkmäler der "Modernen Bewegung" vorgeschlagen. Die Promenadenbrücke aus Stahlbeton, bekannt auch als Kolonnaden- oder Gläserne Brücke, wurde in den Jahren 1931-1933 nach Entwürfen des Architekten E. Belluš errichtet. Die Attraktivität der Brücke erhöhen kleine Geschäfte, eingesetzt in die ufernahen Brückensegmente. In der Mitte der gläsernen Zwischenwand, die beide überdachten Promenadengänge voneinander trennt, befinden sich zwei Vitragen, angefertigt nach dem Entwurf des Malers M. Benka, sehr populär ist die Bronzestatue des Krückenbrechers vor dem Brückenportal, ein Werk des Bildhauers Kühmayer. Auf der Kurinsel sollten die überdachten Kolonnadengänge in eine Uferpromenade übergehen (daher der Name Kolonnadenbrücke), die schließlich nicht errichtet wurde. Ende des 2. Weltkrieges sprengte die Deutsche Armee auf ihrem Rückzug die mittleren Brückensegmente in die Luft. Im Jahre 1956 wurde ihre Rekonstruktion beendet, dadurch erhielt die Brücke ihr ursprüngliches funktionalistisches Aussehen zurück.



