Olomouc Sehenswurdigkeiten
Olomouc
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Olomouc (103 Tausend Einwohner) ist eines der bedeutendsten Zentren der Tschechischen Republik. Dank seiner reichen Geschichte, ihrer altertümlichen Universität, den kulturellen und handwerklichen Traditionen, doch vor allem dank seiner zentralen Lage in Mähren stellte es sich zu jeder Zeit als ein attraktiver Ort für Tourismus, Handels- und Unternehmungswesen dar.
Der äußere Verkehrsanschluss von Olomouc ist angesichts seiner innerstaatlichen Lage hervorragend und wird sich nach Ausbau der Autobahn D11 und der Schnellkommunikation R35 noch günstiger gestalten und die Stadt wird - als einzige außer Prag - am Kreuzpunkt zweier innerstaatlicher und internationaler Kommunikationen noch weiter an Bedeutung gewinnen. Vom ökonomischen Standpunkt aus ist die Stadt Olomouc als eine Industriestadt mit Aufschwung im Bereich der Dienstleistungen hinzustellen.
Dank ihrer günstigen Lage, der wirtschaftlichen Tradition und einer qualifizierten Arbeitskraft hat die Stadt ein markantes Wachstumspotenzial aufzuweisen. Die Stadt Olomouc, doch auch die Region als solche stehen allen offen, die es verstehen, sich die komparativen Vorteile dieses Ortes mitten in Europa zunutze zu machen.
- Caesar-Brunnen
- Herkules-Brunnen
- Jupiter-Brunnen
- Marienpestsäule
- Merkur-Brunnen
- Säule der Heiligen Dreifaltigkeit
- Kathedrale des hl. Wenzels
- Kloster Hradisko
- Erzbischofspalast
- Kunstzentrum
- Astronomische Uhr
- Rathaus
Caesar-Brunnen
Der Caesar-Brunnen ist der bekannteste und der künstlerisch anspruchsvollste Olmützer Brunnen (1725). Der bildhauerische Schmuck stellt den sagenumwobenen Gründer der Stadt – den Kaiser Gaius Julius Caesar – dar. Auf einem imitierten Felsen in der Mitte des Beckens befindet sich die Statue eines Reiters auf einem sich aufbäumenden Pferd. Zu seinen Füßen liegen zwei männliche Figuren mit Kartuschen – es handelt sich dabei um Personifizierungen der Flüsse Morava (March) und Dunaj (Donau) – und weiter ein sitzender Hund – eine Anspielung auf die Treue der Stadt gegenüber dem Herrscher. Die Statue Caesars wurde so angebracht, dass sie ihr Gesicht vom Olmützer Rathaus in Richtung des Michalský návrší (Michalsky-Hügels), auf dem sich wohl das Lager des römischen Heeres befunden haben soll, abwendet. Der Autor der Statuengruppe Jan Jiří Schauberger ließ sich von der Reiterstatue des römischen Kaisers Konstantin des Siegers von Gianlorenz Bernini auf der Vatikaner Scala Regia inspirieren. Das Brunnenbecken mit einer durchbrochenen Profilierung ist das Werk des Olmützer Steinmetzmeisters Václav Render.
Herkules-Brunnen
Den Herkules-Brunnen schmückt die Statue des sagenumwobenen antiken Helden Herkules (1687–1688). Die überlebensgroße Statue mit der Keule in der Rechten ist auf einem Sockel in der Mitte des Beckens platziert. In der Linken hält Herkules einen Schachadler – das Symbol der Stadt, den er vor einer siebenköpfigen Hydra schützt. Am Körper der Hydra hinterließ der Autor der Statuengruppe seine Signatur – „Mandik“. Der Herkules-Brunnen gehört zu Mandíks gelungensten Werken.
Jupiter-Brunnen
Der Jupiter-Brunnen auf dem Dolní náměstí (Unteren Marktplatz) entstand als letzter in der Reihe der Olmützer Barockbrunnen (1735). Die Statue des antiken Herrschers der Götter Jupiter mit einem Bündel von Blitzen in seiner Rechten und einem Adler zu seinen Füßen schuf der aus Tirol stammende Bildhauer Filip Sattler. Die Statue wurde auf einem älteren, etwas überdimensionierten Sockel angebracht. Trotzdem zählt sie – dank ihrer dynamischen Konzeption und ihrer gelungenen proportionalen Lösung – zu den qualitativ besseren Werken des mährischen Hochbarocks.
Marienpestsäule
Die Marienpestsäule ist die Dominante des Dolní náměstí (Unteren Marktplatzes) (1716–1723). Das Grundschema der Säule ist eine Variation der Prager und Wiener Pestsäule. Den unteren Teil der Säule mit einer ovalen Öffnung in der Mitte schmücken die Statuen von acht Heiligen, die in zwei verschiedenen Höhen angebracht sind. Es handelt sich um die Schutzheiligen gegen die Pest – den hl. Karl Boromejský, den hl. Franz Xaverský, den hl. Sebastian, den hl. Roch, die hl. Rosalie, die hl. Katharina Sienská, die hl. Barbara und um die Schutzheilige der Stadt Olmütz - die hl. Paula. An der Spitze der tordierten Säule befindet sich die Statue der Jungfrau Maria Immaculata.
Merkur-Brunnen
Der Merkur-Brunnen gilt als einer der künstlerisch wertvollsten Brunnen aus dem Ensemble der Olmützer Barock-Brunnen (aus dem Jahre 1727). Die Statue des antiken Schutzpatrons der Kaufleute ist das Werk des Bildhauers Filip Sattler. Merkur hält in seiner Rechten den Caduceus – eines seiner Attribute. Die vertikale Konzeption der Figur mit der wehenden Draperie erinnert an das Werk von Gianlorenz Bernini, einen vorderen Vertreter des römischen Hochbarocks. Der Brunnen wurde auf gelungene Art und Weise in den Bereich einer verkehrsreichen Kreuzung einkomponiert.
Säule der Heiligen Dreifaltigkeit
Die Olmützer Ehrensäule der Heiligen Dreifaltigkeit ist die größte Gruppierung von barocken Statuen im Rahmen einer Skulptur in Mitteleuropa überhaupt (1716 – 1854). Im Jahre 2000 wurde sie in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
Die Säule misst 35 m und in ihrem unteren Teil befindet sich eine Kapelle. Den bildhauerischen Schmuck bilden 18 Heiligen-Statuen, 12 Lichtträger-Figuren, 6 Reliefe mit Halbfiguren von Aposteln, weiter die Statuengruppe Mariä Himmelfahrt, die im mittleren Teil der Säule platziert wurde und die Statuengruppe der Heiligen Dreifaltigkeit ganz oben. Beide Statuengruppen sind aus Kupfer und wurden vergoldet. Die einzelnen Figuren in Überlebensgröße werden von leichten, luftigen Draperien umhüllt, sie sind markant in Gestikulation und Ausdruck, jedoch nicht übermäßig mit barockem Dynamismus belastet. Die Gesamtheit des bildhauerischen Schmucks ist geprägt von Natürlichkeit und Harmonie.
Kathedrale des hl. Wenzels
Die Kathedrale des hl. Wenzels mit ihrer zweitürmigen Vorderfront gehört unabdenkbar zum Panorama der Stadt. Der dritte Turm, der Südturm, genau 100,65 m hoch, ist der höchste Kirchturm in Mähren (und der zweitgrößte in Tschechien). Das Hallendreierschiff der Kirche geht von der ursprünglichen mittelalterlichen Disposition aus. Die gotischen Pfeiler des Dreierschiffs stammen aus dem 13. Jhd. Das weitläufige Presbyterium in einer Größe von 35 x 23 m entstand als frühbarocker Bestandteil des Baus. Am Ende des 19. Jahrhunderts erhielt es – wie übrigens das gesamte Interieur und Exterieur des Baus – sein neugotisches Antlitz. Unter dem Presbyterium befindet sich die Krypta, die von zwei seitlichen Treppen aus zugänglich ist. Auf der Südseite des Dreierschiffs liegt der Eingang in die manieristische Kapelle des hl. Stanislavs. Zu beiden Seiten des Eingangs in die Kapelle befinden sich Sargplatten aus dem 16. und vom Anfang des 17. Jahrhunderts. Auf dem neugotischen Altar an einem der Pfeiler des Dreierschiffs ist ein Behälter mit Reliquien des hl. Jan Sarkander (heiliggesprochen durch den Papst Johannes Paul II. im Jahre 1995) platziert. Die Domorgel gehört zu den besten romantischen Instrumenten in Tschechien.
Kloster Hradisko
Das heutige Klosterareal wird wegen seiner Grundrissdisposition oft auch Hanaer Escorial genannt. Der weitläufige Komplex nimmt eine Fläche von mehr als einem Hektar ein. Das vierflüglige Bauwerk über einem rechteckigen Grundriss mit Ecktürmen und einem Graben wird von einem inneren Querflügel in zwei Teile geteilt – den Konvent und die Prälatur.
Währenddessen der nördliche Teil des Klosters noch im Geiste des italienischen Manierismus erbaut worden war, gehört das Gebäude der Prälatur bereits zum Hochbarock. Die monumentale Vorderfront der Prälatur wird von einem plastischen architektonischen Dekor sowie von einem Portal mit Säulen und einem Balkon geschmückt. Im Obergeschoss der Prälatur befindet sich ein Festsaal. An seiner Ausschmückung beteiligte sich u.a. auch der vordere österreichische Maler Paul Troger. Im Jahre 1731 schuf er hier die monumentale Deckenfreske zum Thema „Das Wunder der Sättigung“. Die Freske umgibt eine Malerei der illusiven Architektur von Antonio Tassi. Nicht weniger bedeutend ist der Stuck- und Malereischmuck des Deckengewölbes der Klosterbibliothek. Gemeinsam arbeiteten an ihr zu Anfang des 18. Jahrhunderts der italienische Maler Innocenzo Monti und der Bildhauer Baltassare Fontana.
Erzbischofspalast
Der Olmützer Erzbischofspalast gehört zu den bedeutenden Bauten des frühen Barocks in Mähren. Er entstand nach einem Projekt des italienischen Architekten Filibert Luches an der Stelle eines älteren Renaissancepalastes (1665-1685). Er wird von sieben zweistöckigen Flügeln gebildet, die zwei rechteckige Innenhöfe umgeben. Die lange Straßenfassade hat eine reich gegliederte Vorderfront mit drei Portalen. Im Inneren wird der Palastcharakter des Bauwerkes durch einen repräsentativen Treppenaufgang und Festsäle unterstrichen. In den Innenräumen wurde die ursprüngliche barocke Stuckatur erhalten.
Kunstzentrum
Bestandteil des Konvikt-Gebäudes ist die Kapelle des Leibes Gottes. Es handelt sich dabei um eines der wertvollsten kirchlichen barocken Interieure in Mähren, mit einer reichen malerischen und bildhauerischen Ausschmückung. Die Deckenfreske ist das Werk des Olmützer Barockbildhauers Jan Kryštof Handke und stellt die Legende über den Sieg Jaroslavs von Sternberg (Jaroslav ze Šternberka) über die Tataren in der Schlacht bei Olmütz im Jahre 1241 dar. Die drei monumentalen allegorischen Statuen – Hoffnung, Liebe und Glaube – sind das Werk des Bildhauers Filip Sattler.
Astronomische Uhr
Die Olmützer astronomische Uhr wurde in die nördliche Rathausfassade eingebaut. Ihren architektonischen Rahmen bildet eine Nische mit einem gebrochenen Bogen, die eine Höhe von 14 Metern erreicht. Das heutige Aussehen der Uhr stammt aus den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts und trägt die Spuren der damaligen offiziellen Ästhetik des sozialistischen Realismus.
Die Mosaikausschmückung der Uhr besteht aus Medaillons an den Seiten der Nische, die die für die einzelnen Monate im Jahr charakteristischen Arbeiten darstellen. Am Nischenkopf brachte der Autor des Entwurfs – Karel Svolinský – das Folklore-Motiv des Königsrittes zur Anwendung. Im unteren Teil der Mosaikausschmückung finden wir an den Seiten der damaligen Zeit geschuldete Figuren von Vertretern der Arbeiterklasse.
Rathaus
Das Geäude des Olmützer rathauses (1378), das den Horní náměstí (Oberring) dominiert, ist bereits seit sechs Jahrhunderten ein Symbol für die wirtschaftliche und politische Bedeutung der ehemals königlichen Stadt. Das Gebäude des Rathause esi vierflüglig mit einem Innenhof in der mitte. Aus der südlichen Fassade steigt der Erker der gotischen Kapelle des hl. Hieronymus hervor, der reicht mit Mabwerk und figuralen Motiven geschmück ist. An der Ostseite des Rathauses finden wir einen zweiachsigen Treppenaufgang mit einer Renaissance-Loggia. Neben dem Rathausturm befendit sich in einer Nische der nördlichen Fassade eine astronomische Uhr.
Im Interieur blieb eine Reihe der ursprünglichen gewölbten Räume erhalten, einschl. des Festsaales (heute Trausaal). Im Interieur der gotischen Kapelle des hl. Hieronymus befindet sich ein einzigartiges Kreisgewölbe (das älteste Kreisgewölbe des donauländischen Typs in Tschechien).



