Brunner Denkmäler

Spielberg

Spielberg foto: Ing. Jan Vondra

Die Burg Špilberk wurde in der ersten HäIfte des 13. Jahrhunderts auf dem Gipfel des gleichnamigen Berges gegründet. Ihr mittelalterlicher Kern wurde später mehrmals umgebaut, wobei die ursprüngliche Residenz öfter seine Eigentümer wechselte. lm 18. Jahrhundert wurde Špilberk in eine mächtige Barockfestung verwandelt, die auch zum gefürchteten Gefängnis wurde. Berüchtigt waren vor allem die hiesigen Kasematen. In ihren Mauern litten französische Revolutionäre, italienische Carbonari, Mitglieder der Bewegung "Junges Italien', polnische Aufständische, aber auch inländische politische Gefangene. Das Völkergefängnis war ein Ort des Grauens auch während des Zweiten Weltkrieges. Seit 1961 verwaltet die Burg das Museum der Stadt Brünn und sie dient als Ausstellungsraum.

Adresse: Spilberk 1, 60200 Brno

 

Kirche der hl. Petrus und Paulus

Kirche der hl. Petrus und Paulus foto: Miloslav Bouška

Eine Anhöhe mit dem Dom des hl. Petrus und Paulus an der mutmaßlichen Stelle der ursprünglichen Brüner Burg mit einer Burgkapelle aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Nach dem Untergang der damals schon selbständigen romanischen Basilika wurde diese im 13. Jhrhundert zu einem gotischen Dom umgebaut, der dann im 15. und 16. Jahrhundert noch umgebaut und im 18. Jahrhundert barockisiert wurde. Der derzeitige Umbau im neogotischen Still stammt aus der Jahrhundertwende des 19. und 20. Jahrhunderts. Seit dem Jahr 1777 ist hier der Sitz des Brünner Bischofs. Derzeit ist die ursprüngliche Gruft der Kirche aus dem 12. Jahrhundert zugänglich.

Аdresa: Petrov 9, 60200 Brno

 

Villa Tugendhat

Villa Tugendhat Foto: Miloslav Bouška

„Es gibt tatsächlich Bauelemente, aus denen man eine neue, reichere Architektur entwickeln kann. Sie geben uns das Maß an Freiheit, auf das wir nicht mehr verzichten wollen. Erst jetzt kann man den Raum gliedern, öffnen und mit der Landschaft verbinden, um das Raumbedürfnis des heutigen Menschen zu erfüllen. Die Einfachheit der Konstruktion, die Klarheit der tektonischen Mittel und die Materialreinheit werden zu Trägern der neuen Schönheit.“ Ludwig Mies van der Rohe, 1933

Die Architektur der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde durch die Eröffnung neuer Wege im schöpferischen Denken charakterisiert, das die wegweisenden, das Bild des Lebens nach dem Ersten Weltkrieg suchenden Trends reflektierte. Die Entwürfe für verglaste Bürowolkenkratzer des deutschen Architekten Ludwig Mies van der Rohe sprengten bereits 1919-1922 mit ihren durchsichtigen Wänden und ihrem freien Grundriss die traditionelle Form der abgeschlossenen Masse, was dank neuer und progressiver Herstellungsverfahren für Glas, Stahl und Stahlbeton ermöglicht wurde.

Das Brünner Werk von Mies van der Rohe begann ab Juni 1929 in einem sehr hohen Tempo zu entstehen. Ende Oktober desselben Jahres wurde das Bauskelett vollendet, im Sommer 1930 wurden die Innenarbeiten fertig gestellt und bereits Ende des Jahres war das Haus bewohnt.

Die Villa Tugendhat steht auf einem Grundstück, das Greta Tugendhat von ihrem Vater als Hochzeitsgeschenk bekam. Das Ehepaar Tugendhat stammte aus Familien bedeutender Textilunternehmer; sie nutzten das Haus bis 1938, als die Familie vor den Nazis in die Schweiz und später nach Venezuela emigrierte. Die Villa wurde von der Gestapo beschlagnahmt, und gegen Kriegsende wurde sie beschädigt. Nach 1945 wurde sie kurz von einer Schule für Rhythmik und danach als Rehabilitationszentrum des Fakultäts-Kinderkrankenhauses genutzt. 1969 ging die Villa in den Besitz der Stadt über. 1982-1985 erlebte sie eine Teilrenovierung, während welcher alle nachträglichen störenden Baumaßnahmen beseitigt wurden und der Bau für seine spätere Nutzung als denkmalgeschütztes Objekt vorbereitet wurde. Die Villa diente dann den Repräsentationsbedürfnissen der Stadt. 1992 fanden hier Gespräche über die Teilung des tschechoslowakischen Staates statt.

Die Villa befindet sich am südlichen Hang des Residenzviertels in Černá Pole, mit einer Aussicht auf das Stadtzentrum, die Burg Spielberg und den Petersdom. Das Haus ist dreigeschossig und teilweise in das abfallende Gelände eingelassen. Der Bau wird von einem geräumigen, keramische Decken tragenden Stahlskelett gestützt. Das Netz von tragenden Stahlsäulen führt durch die gesamte Haushöhe und im Wohnteil stellt es ein wichtiges stilbildendes und ästhetisches Element dar.

Die Straßenfront ist als ebenerdiges Objekt mit Haupteingang und Garage konzipiert und über ein Flachdach mit dem Eingang zur Terrasse verbunden. Die strenge Straffheit der Front wird durch eine freistehende Säule und vor allem durch eine rundliche Wand, ursprünglich aus gegossenem Milchglas, aufgelockert. Das Eingangsgeschoss enthält die Schlafzimmer und Sanitärbereiche und vor allem eine Wendeltreppe aus Travertin, die zum zentralen Teil des Hauses – dem Wohnbereich im Untergeschoss – führt. Neben der Küche und der Anrichte erstreckt sich das Hauptgeschoss und verfügt über eine Fläche von 360 m². Die Süd- und Ostseite des Wohnraums sind durch Verglasung in der gesamten Wandhöhe zum Garten und zu einem Wintergarten hin optisch geöffnet. Das Geschoss besteht aus einem einzigen Raum, der in ineinander übergehende unterschiedliche Bereiche gegliedert ist. Der frei fließende Raum schafft den Eindruck des Ineinanderfließens von Innen und Außen – nicht zuletzt dank der verwendeten Materialien und Lichtdispositionen; er wird auch durch die tragenden Stahlsäulen nicht gestört, die verchromt sind und dadurch das Licht reflektieren, so dass sie feingliedriger aussehen, als sie tatsächlich sind. Teile der verglasten Wand können ins Untergeschoss versenkt werden, um den Wohnraum mit dem Garten direkt zu verbinden. Ein ausgeprägter Blickfang im Wohnraum ist eine Onyxwand, die vom Boden bis zur Decke reicht und hinreißende Lichteffekte schafft. Einen Teil der Innenausstattung stellt auch eine Wand mit Furnier aus tropischem Makassar-Holz dar und der Speisebereich wird durch eine halbrunde Trennwand aus Ebenholz abgegrenzt. Aus dem Speisebereich kann man auf die Westterrasse und über eine breite Treppe in den Garten gelangen, der ein integraler Teil des Hauses und eigentlich dessen freie Fortsetzung ist.

Die Wohnhalle wurde mit Möbeln ausgestattet, die ebenfalls von Mies van der Rohe entworfen worden waren, zudem legte er auch deren Anordnung präzise fest. Diese Möbel, vor allem Sessel und Stühle, waren so zeitlos, hochwertig und zweckmäßig, dass sie bis heute hergestellt werden. Insbesondere die Sessel und Stühle „Brno“, „Barcelona“ und „Tugendhat“ mit ihrem verchromten Rohrgestell sind weltbekannt. Die gesamte Innenausstattung erfüllte genau festgelegte, sowohl praktische als auch künstlerische Funktionen. Der Architekt vernachlässigte kein einziges Detail und beteiligte sich sogar an den Entwürfen für Türbeschläge, Türen, Vorhänge, Leuchtkörper und andere technische Ausrüstung.

Völlig einmalig und der Zeit ihrer Entstehung weit voraus war auch die Haustechnik. Das Gebäude wurde mit einem modernen Zentralheizungssystem ausgestattet, das durch eine Klimaanlage mit Öl- und Sägemehlfiltern sowie eine Feuchtigkeitsregulation der umlaufenden Luft ergänzt wurde. Im Kellergeschoss befinden sich Maschinenräume mit Elektromotoren für das Versenken der Fenster der Wohnhalle. Das Haus wurde u.a. auch mit einer elektrischen Sicherheitsinstallation ausgerüstet. Die Mehrheit dieser Einrichtungen war völlig einzigartig, und ihre Verwendung in einem Einfamilienhaus war der Zeit um mehrere Jahrzehnte voraus. Sie waren allerdings keinesfalls billig. Die Aufwendungen für den Bau und die technische Ausrüstung der Villa Tugendhat hätten damals die Baukosten von über dreißig üblichen Einfamilienhäusern decken können.

Ludwig Mies van der Rohe starb 1969 in Chicago. Während seines schöpferischen Lebens schuf er einen originellen und unverwechselbaren Stil, der die moderne Baukunst weltweit beeinflusste.

Die Villa Tugendhat in Brünn – Černá Pole fand bereits zu ihrer Entstehungszeit großen Widerhall und reges Interesse. Ihre Berühmtheit stieg mit der Zeit noch an. Die Brünner Villa Tugendhat, das wichtigste realisierte europäische Bauwerk ihres Schöpfers, wurde zu einem Meilenstein in der Geschichte der Weltarchitektur des 20. Jahrhunderts. Ihre Bedeutung wurde im vorigen Jahr mit ihrer Aufnahme in das UNESCO-Verzeichnis der Denkmäler des Weltkulturerbes unterstrichen.

Weitere Informationen auf den Webseiten vom Muzea města Brna, www.tugendhat-villa.cz.

Adresse: Cernopolni 45, 61300 Brno

 

Augustinerstift und Kirche Maria Himmelfahrt

Augustinerstift und Kirche Maria Himmelfahrt foto: Marie Schmerková

Gegründet im Jahr 1323 von der Königin Eliška Rejčka als Zisterzienserinnenkloster. Nach seiner Aufhebung im Jahr 1782 wurde es zum Sitz der Augustiner. Im 19. Jahrhundert wurde es durch das Verdienst der aufgeklärten Klosteräbte und ausgeprägten wissenschaftlichen Persönlichkeiten unter seinen Mitgliedern (J. G. Mendel u. a.) zum Wissenschafts- und Kulturzentrum Mährens. Im Klostergelände befindet sich der bekannte Weinkeller "Zur Königin Eliška", in einem Teil des Klosters hat das Mährische Landesmuseum seinen Sitz

Adresse: Mendlovo nam. 1, 60300 Brno

 

Theater Redute in Brno

Theater Redute in Brno foto: archiv MMB

Das Reduta (Redoute) Gebäude auf dem Zelný trh (Kohlmarkt) entstand durch allmähliche Umbauten am Ort der mittelalterlichen Bebauung der Bürgerhäuser. Es ist das älteste Theatergebäude in der Stadt Brno (Brünn) und eine der ältesten Theatergebäude in Mähren. Ihr Vorgänger war die städtische Renaissancetaverne aufgebaut im Jahre 1605 durch den Umbau des Liechtensteinhauses, das die Stadt zu diesem Zweck abkaufte. Die Taverne fasste neben dem Schank auch die Repräsentationsräume für die Empfänge der bedeutenden Gäste der Stadt und für die feierlichen Angelegenheiten um. Im Jahre 1634 wurde sie um das östliche Nachbarhaus, die sogenannte Kleine Taverne, erweitert, deren Räumlichkeiten für die Gelegenheitsaufführungen der Wandertruppen benutzt wurden. In den 30. Jahren des 18. Jahrhunderts wurde das Objekt zweckgebunden umgebaut und für die Theater- und Tanzausnutzung erweitert. Der neue Theatersaal diente dann zur Veranstaltung der Aufführungen. Man spielte hier vor allem deutsch und italienisch. Im Jahre 1767 konzertierte hier der elfjährige W. A. Mozart. Umfangreiche Brände in den Jahren 1785 und 1786 regten einen klassizistischen Folgeumbau an, bei dem Repräsentations-redoutensaal über zwei obere Etagen aufgebaut wurde. Im erneuerten Theater spielte man vorwiegend deutsch Spiele und tschechische nur sporadisch. Im Jahre 1852 trat hier zum Beispiel Prokops-Theatergesellschaft auf. Neben den Theater- und Opernaufführungen diente der Saal auch den Tanzveranstaltungen und den bedeutenden Angelegenheiten der Stadt. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden Teilbauinstandsetzungen durchgeführt. Im Jahre 1870 brach der letzte verheerende Brand aus, nach dem die Stadt das Gebäude für die Theaterzwecke nicht mehr erneurte. In den 80. Jahren des 19. Jahrhunderts wurde das Objekt in die stätische Markthalle umgestaltet und auf diese Weiese bis zum Jahr 1918 benutzt. Nach der Entstehung der unabhängigen Tschechoslowakei kehrte wieder das Theater in die Reduta zurück und sie diente den Aufführungen der deutschen und tschechischen Spiele. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das gestörte Reduta Gebäude instand gesetzt und in den 50. Jahren des 20. Jahrhunderts nach dem Projekt der Architekten B. Fuchs und K. Fuchs für die tschechische Operettenszene rekonstruiert. Diese Szene befand sich hier Gebäude bis zu den 90. Jahren des 20. Jahrhunderts. Um das Reduta Objekt zu retten, schritt die Stadt zu seinem denkmalpflegerischen Gesamtwiederaufbau, der seit dem Jahre 2002 nach dem Entwurf des Autorenkollektivs des Dozenten M. Melena und der Architekten P.Valenta, A.Novák, R.Smejkal verwirklicht wird. Ziel der laufender Rekonstruktion ist es, der Reduta ihren Ursprungszweck als das Abhaltungsort der Theaterspiele und der gesellschaftlichen Veranstaltungen der statutarischen Stadt Brno zurückzugeben.

Adresse: Zelny trh 4, 60200 Brno

 

Vereinshaus

Vereinshaus foto:

Das Vereinshaus gehört zu den wichtigsten Bauten des Wiener Architekten dänischer Herkunft, Theophil Hansen, in Brünn. Seine Bedeutung als ein Bau unter dem Denkmalschutz im historischen Stadtkern wurde durch seine gesellschaftliche, kulturelle und politische Bedeutung im Leben Brünner Tschechen gegen dem deutschen Element in der Vergangenheit potenziert.

Das Objekt im Neurenaissance-Stil wurde in den Jahren 1871-73 nach dem Hansens Projekt als ein Zentrum des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens tschechischen Brünns erbaut. Bei einer Demonstration für die tschechische Universität im Jahre 1905 fiel hier ein junger Arbeiter, F. Pavlik.Das Vereinshaus wurde wahrscheinlich am treffendsten vom gegenwärtigen Kenner der Architektur des XIX. Jahrhunderts in Mähren Pavel Zatloukal charakterisiert, der es für eine der schönsten Verkörperungen des Ideales der Renaissance-Harmonie und gleichzeitig für den Gipfel der durch die italienische Renaissance inspirierten Palast-Architektur hält. Seit 1956 wird das Vereinshaus von der Staatsphilharmonie Brünn benützt und verwaltet. Es geht jedoch keinesfalls um eine Alleinbenützung - unter der Verwaltung der Philharmonie blieb der Palast Sitz oder vorübergehende Wirkungsstätte mehrerer Institutionen, deren Tätigkeit ihn zu einem der bedeutendsten Zentren nicht nur des musikalischen, sondern auch des allgemein kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Brünn machten.

Adresse: Komenskeho nam. 8, 60200 Brno

 

Dietrichstein-Palais

Dietrichstein-Palais foto: archiv MMB

Das Dietrichstein-Palais Iies in den Jahren 1614-1620 an der Stelle von fünf Häusern der Kardinal Dietrichstein bauen. Vom frühbarocken, von Giovanni Giacomo. Tencalla entworfenen Palast blieben nach dem Umbau von Domenico Martinelli gegen 1700 nur die Hauptmauern und einige Gewölbe erhalten. Ein sehenswertes und intakt erhaltenes Martinellis Werk ist das Eingangsportal mit dem Vestibül. Das Gebäude, das im 19. Jahrhundert als das Appellationsund- Landesgericht diente, wurde etappenweise hergerichtet, und die die Barockarchitektur des Palastes verunstaltenden Baueingriffe erreichten ihren Gipfel in den Jahren 1928-29 durch den Anbau eines Dachgeschosses. Bei der Rekonstruktion des Palastes in den 80er Jahren wurde dieser Anbau abgeschafft, und das Äusere des Gebäudes wurde dem ursprünglichen Zustand angeglichen. Das Gebäude dient den Ausstellungszwecken des Mährischen Museums.

Adresse: Zelny trh 8, 60200 Brno

 

Janacek-Theater

Janacek-Theater foto: Helena Kupčíková

Das Gebäude des Janáček-Theaters wurde in den Jahren 1960 bis 1965 erbaut (Architekten Otakar Oplatek, Vilém Zavřel, Ivan Ruller, Boleslav Písařík). Es ist Sitz des Opern- und Ballettensembles, der Zuschauerraum fasst 1380 Zuschauer um, die Bühnen- und Beleuchtungstechnik wurde von weltweit führenden Herstellern in dieser Branche geliefert.

Adresse: Rooseveltova 7, 60200 Brno

 

Mahen Theater

Mahen Theater foto: Marie Schmerková

Das Mahen-Theater wurde von den Wiener Architekten Ferdinand Fellner (1848-1916) und Hermann Hellner (1849-1919) in den Jahren 1881-1882 entworfen. Es steht an der Stelle der ehemaligen Stadtmauer. Das Theater begann seine Tätigkeit am 14. November 1882, und zu seinen Vorteilen gehörte die edisonsche elektrische Beleuchtung.

Adresse: Rooseveltova 17, 60200 Brno

 

Altes Rathaus

Altes Rathaus foto: Marie Schmerková

Der älteste weltliche Bau in Brünn, in dem bis 1935 die Stadtverwaltung ihren Sitz hatte. Der historische Gebäudekern mit dem Turm entstand gegen 1240. Vor 1510 wurde im Turm ein Eingang in den Hof durchgebrochen, den A. Pilgram mit einem steinernen Portal mit Plastiken von Herolden und Stadtbürgern verzierte. Die ursprüngliche Allegorie der Gerechtigkeit wurde 1660 durch die jetzige Statue ersetzt. Damals wurden auch Schilde mit dem neuen Stadtwappen, das Brünn 1646 erhielt, in das Portal eingesetzt. Der Durchgang wird mit einem ursprünglichen spätgotischen Tor geschlossen. Der Turm hat frühgotische Gründe, deren Überdachung ist eine Kopie des ursprünglichen Renaissance-Daches. Das Rathaus wurde während der schwedischen Kriege beschädigt, und mit ihrer im Jahre 1660 beendigten Renovierung wurde der Brünner Baumeister Jan Křtitel Erna beauftragt.

Adresse: Radnicka 8, 60200 Brno

 

Orthodoxe Kirche

Orthodoxe Kirche foto: Martin Vybíral, Jiří Dvořák

Ausgebaut in den Jahren 1931-32 von Petr Levicki, der in seinem Projekt zwar die vielschichtige Komposition der traditionellen orthodoxen Kirche erhalten hat, die Architektur jedoch in den funktionalen Stil der Beherrschung der damaligen brünner Techniken übertrug. Der in Smolensk geborene hatte diese kurz vorher studiert. In den 90er Jahren kam zur Kirche ein eigenständiger Glockenturm hinzu.

Adresse: Gorazdova 8, 60200 Brno

 

Neues Rathaus

Neues Rathaus Foto: Zdeněk Kolařík

Ursprünglich das Gebäude der mährischen Landes-Selbstverwaltung, in dem bis 1784 die Landestage und -gerichte tagten. Das zum Dominikanerplatz orientierte Gebäudekomplex begann erst nach seiner letzten Renovierung in den Jahren. 1934-35 als neues Rathaus dienen. Es war eine verdienstvolle Tat der damaligen Stadtverwaltung, das sie als ihren neuen Sitz gerade dieses Objekt wählte, das vom historischen und architektonischen Gesichtspunkt aus eines der bedeutendsten mährischen Baudenkmäler ist, weil es von 1348 bis 1783 der mährischen Landes-Selbstverwaltung diente und mit den Schicksalen der Stadt Brünn, des Landes Mähren und des ganzen Staates direkt verbunden war. Zu den ältesten Räumen, die heute das Komplex des Neuen Rathauses bilden und vom Magistrat der Stadt Brünn benützt werden, gehören der einstige Kreuzgang und Kapitelsaal des Dominikamerklosters. Sie zählen zu den äItesten, mit der Entstehung der Stadt verbundenen Brünner Denkmälern.

Adresse: Dominikanske nam. 1, 60167 Brno